Ads vermehrt bei frauen Die steigende Zahl an ADS-Diagnosen bei erwachsenen Frauen reflektiert eine tiefgreifende Verschiebung in der psychologischen Wahrnehmung 1 Lange Zeit wurde angenommen, dass die Aufmerksamkeitsdefizitstörung primär Jungen und Männer betrifft, insbesondere in der hyperaktiven Ausprägung 2 Bei Frauen manifestiert sich ADS jedoch häufiger als der unaufmerksame Subtyp, der durch innere Unruhe und Desorganisation gekennzeichnet ist 3 Diese internen Symptome führen seltener zu sichtbaren Verhaltensproblemen in der Schule oder am Arbeitsplatz, was die Erkennung erschwert 4 Oftmals lernen betroffene Mädchen Strategien der Kompensation und des sogenannten Maskierens, um den sozialen Erwartungen zu entsprechen 5 Fehldiagnosen von Angststörungen, Depressionen oder Burnout sind deshalb bei weiblichen Patienten mit unerkanntem ADS weit verbreitet 6 Die späte Diagnose im Erwachsenenalter erklärt oft die langjährigen Schwierigkeiten in Beziehungen und bei der Aufrechterhaltung beruflicher Stabilität 7 Neuere Forschung hebt hervor, dass hormonelle Schwankungen, insbesondere um die Menstruation oder Menopause, die ADS-Symptomatik verstärken können 8 Die verbesserte Sensibilisierung in der Fachwelt und den Medien trägt maßgeblich dazu bei, dass mehr Frauen korrekte Hilfestellung erhalten 9 Eine adäquate Behandlung, oft bestehend aus Medikation und Verhaltenstherapie, verbessert die Lebensqualität dieser Frauen signifikant 10